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Pfusch am Bau ist keine Seltenheit

By am Sep 23, 2014 in Baubetreuung |

Ein paar Wochen vor dem geplanten Einzugstermin in sein neues Haus in Hannover musste Daniel Ohmes ganz tapfer sein: Fliesen fehlten, im Keller stand das Wasser, die Treppe war falsch eingebaut, sodass Kinder in die Lücke zwischen Stufen und Wand hätten stürzen können, die Garage war stark durchfeuchtet. Nachdem der Familienvater erklärte, die letzte Rate erst nach Behebung der Mängel zahlen zu wollen, stellten die Handwerker die Arbeit ein. Der von Ohmes engagierte Architekt Alwin Muschter, Berater im Auftrag der Verbraucherzentrale Niedersachsen, fand insgesamt 27 Mängel. Ohmes musste 32.000 Euro zusätzlich ausgeben, damit andere Handwerker sein Haus bewohnbar machten. Mehr Informationen finden Sie im neuen stern-Ratgeber „In zehn Schritten ins Eigenheim“ (9,90 Euro, ISBN: 9783709302880) „Alles, was falsch gemacht werden kann, wird irgendwann falsch gemacht“ Pfusch am Bau ist in Deutschland die Regel. Der Schaden, der jedes Jahr durch mangelhafte Planung und schlampige Arbeit an Neubauten entsteht, geht in die Milliarden. Ob vom großen Baukonzern oder vom kleinen Bauträger auf die grüne Wiese gestellt: In fast allen Neubaugebieten können Anwälte unter entnervten Bauherren reiche Beute machen. Bei einer Untersuchung des Bauherren-Schutzbundes an 300 Bauvorhaben wiesen diese im Schnitt 10 bis 20 Mängel auf. Schadenssumme: bis zu 50.000 Euro je Eigenheim. Kaum irgendwo wird Murphys Gesetz so konsequent umgesetzt wie am Bau: „Alles, was falsch gemacht werden kann, wird irgendwann falsch gemacht.“ 40 Prozent der Fehler passieren schon bei der Planung. Besonders häufig: Falsch aufgefüllter Baugrund erweist sich als nicht tragfähig; der geplante Wärmeschutz reicht nicht aus; bei Flachdächern regnet es häufig durch, weil Dehnungsfugen fehlen; zu kleine Dachüberstände forcieren die Verwitterung der Fassade. Feuchtigkeit gehört zu den häufigsten Mängeln Die Mehrzahl der Baumängel droht aber bei der Ausführung. Typisch sind vor allem: • eindringende Feuchtigkeit aufgrund mangelhafter Abdichtung von Fundament und Keller; • Befall mit Schimmelpilzen, weil Bauteile bei schlechtem Wetter nicht geschützt werden und der Baukörper später nicht richtig austrocknen kann; • zu niedrige Räume durch fehlerhafte Fußbodenschichtung, vor allem beim Ausbau von Dachgeschossen; • falsch eingefügte Fenster; • mangelnder Schallschutz durch Fehler beim Einbau von Treppen sowie bei Trennwänden zwischen Doppel- oder Reihenhauseinheiten; • besonders bei Fertighäusern und in Dachgeschossen: schlecht abgedichtete Fugen. Welche Folgen allein der letztgenannte Mangel haben kann, hat Familie Marxen (Name von der Redaktion...

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